Interessanter Artikel über die Suchundearbeit

Wolfgang Bader - 30 Mai 2018 - Neu - 0 Comments

Von Maintrailern und Flächensuchhunden

Die tolle Arbeit der Rettungshunde und ihrer TrainerInnen

Fast schon als Selbstverständlichkeit liest es sich, wenn bei der Suche nach vermissten Personen die Rede davon ist, dass Rettungshunde zur Unterstützung der Suchmaßnahmen zum Einsatz kommen.

Wer jedoch die umfangreiche Ausbildung der Hunde kennt und weiß, dass all ihre Rettungshundeführer diese Aufgabe ehrenamtlich ausüben, der weiß auch, dass die vermeintliche Selbstverständlichkeit unser aller Dank verdient.

Jeder von uns oder einer unserer Angehörigen und Freunde kann plötzlich als vermisst gelten. Ein Unglücksfall beim Sport oder Spazierengehen reicht aus, dass umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Rettungshunde sind dabei ein unverzichtbarer Bestandteil. Mit ihrer Arbeit ersetzen sie viel Manpower oder geben für deren Einsatz eine Richtung vor.

Welche Rettungshunde gibt es eigentlich?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Rettungshunden beschreiben. Zum einen sind dies die sogenannten Mantrailer. Sie nehmen anhand eines persönlichen Gegenstandes der gesuchten Person deren Geruch auf und verfolgen dann gezielt die Spur des erschnüffelten Geruchsbildes. Diese führt den eingesetzten Hund, mit Hundeführer an der Leine hintendran, dann hoffentlich zu der gesuchten Person. Eine Mammutaufgabe für jeden Hund und seinen Trainer.  „Try and error“ heißt es für junge Hunde im Training, welches mit dem Kommando „Trail“ startet, nachdem das Tier sein Geschirr angelegt bekommen hat. Gerade am Anfang geht bei neu auszubildenden Hunden die Spur immer mal wieder verloren. Zum Schluss aber steht immer ein Erfolgserlebnis für den Hund, der die gesuchte Person findet und wird nicht nur mit reichlich lobenden Worten belohnt wird, sondern vor allem auch mit viel Spiel und einem leckeren Häppchen zwischendurch.

„Es muss das Schönste auf der Welt für unsere Hunde sein, wenn sie eine gesuchte Person gefunden haben. Nur so sind sie immer wieder mit viel Freunde bei der Arbeit, die für sie eigentlich ein Spiel ist, erklären Rettungshundeführer.

Zweimal in der Woche trainieren sie in aller Regel für mehrere Stunden mit den Hunden, besuchen zusätzlich umfangreiche Seminare mit und ohne Hund und investieren damit eine ganze Menge Freizeit in die Rettungshunde. Dass sie es aber gerne machen sieht man an ihrem Strahlen in den Augen, am liebevollen Umgang mit ihren Tieren und an den vor Eifer sprühenden Erzählungen über ihre Arbeit.

Anders als Mantrailer arbeiten Flächensuchhunde. Nachdem ihnen die sogenannte „Kenndecke“ aufgelegt wird, welche manchmal zusätzlich mit einem kleinen Glöckchen und einem Licht ausgestattet sind, um den Hund besser wiederzufinden, starten diese Hunde mit ihrer „Arbeit“. Auch für sie ist es eigentlich ein Spiel, welches immer mit einer Belohnung abschließt. Diese Hunde laufen auf das Kommando „Such und Hilf“ ohne Leine los. Die Nase hoch in die Luft gereckt versuchen sie die Witterung nach Menschen aufzunehmen, die sich im durch den Trainer festgelegten Suchgebiet aufhalten. Die Aufgabe der Flächensuchhunde ist es nicht, eine konkrete Spur aufzunehmen und einen bestimmten Menschen zu finden, sondern überhaupt jeden Menschen durch Verbellen anzuzeigen und so Frauchen oder Herrchen auf ihn aufmerksam zu machen. Ob hohes Gras, Dickicht, Trümmerteile oder Kanalschächte – Flächensuchhunde sind darauf trainiert über alle Hindernisse zu gehen und Menschen zu finden, um ihnen die vielleicht benötigte Hilfe zukommen zu lassen.

 Mein Hund ein Rettungshund?

Rettungshund kann grundsätzlich jeder Hund werden. Da die Hunde jedoch große Strecken zurücklegen müssen und über Stock und Stein laufen, dürfen sie nicht zu klein sein. Zu groß, vor allem aber zu schwer, wäre jedoch auch hinderlich, denn Frauchen und Herrchen müssen ihre Tiere noch heben können, falls sie in für die Hunde nicht zu erreichenden Höhen oder Tiefen suchen müssen.

Wer selbst die Arbeit mit seinem Hund liebt oder gerne eine Begründung dafür haben möchte, warum er als Erwachsener mit Babypuder und Seifenblasen spielt, der ist bei den Ehrenamtlern herzlich willkommen. Keine Sorge, Babypuder und Seifenblasen benötigen die Frauen und Männer für ihre Arbeit. Damit lassen sich nämlich prima die Windrichtung und die Verwirbelungen durch den Wind erkennen, was eine Hilfe ist, um den Hund richtig einzusetzen.

Geld bekommen die Rettungshundeführer nicht, weder für die Ausbildung, noch für den Einsatz. Alles machen sie in ihrer Freizeit. Etwa 500 Trainingsstunden pro Jahr plus Lehrgänge und Sonderübungen kommen da schnell zusammen. Und nicht nur der Hund muss dabei viel lernen. Am meisten muss die Frau oder der Mann am Ende der Leine üben. Eine Sanitätshelferlehrgang, ein Funklehrgang, Krisenintervention, Psychosoziale Betreuung und viele weiter Lehrgänge stehen auf dem Plan, bis in der Regel nach zweieinhalb Jahren Ausbildung die Prüfungsabnahme erfolgen kann. Eine Fläche von 30.000 Quadratmetern müssen die Flächensuchhunde dabei beispielsweise innerhalb von 20 Minuten nach Personen absuchen.

 

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